Nochmal ernten vor dem Herbst: Radieschen und Mizuna jetzt säen
Ende August ist noch lange nicht Schluss. Radieschen brauchen rund vier Wochen, Mizuna gut fünf — damit steht bis in den Oktober nochmal frisches Grün im Hochbeet.
Die Zucchini ist durch, die Buschbohnen werden gelb, und im Hochbeet klaffen plötzlich Lücken. Genau jetzt lohnt sich eine letzte Runde Direktsaat: Radieschen und Asiasalate wie Mizuna wachsen bei kühleren Nächten sogar besser als im Hochsommer. Und weil beide schnell sind, gibt es vor dem ersten harten Frost noch etwas zu ernten.
Warum Ende August besser läuft als Juli
Im Hochsommer haben es Radieschen schwer. Bei Hitze und langen Tagen schießen sie schnell in die Blüte, statt eine Knolle zu bilden — und was übrig bleibt, schmeckt oft pelzig und unangenehm scharf.
Jetzt dreht sich das Verhältnis. Die Nächte kühlen ab, die Tage werden kürzer, der Boden hält Feuchtigkeit länger. Genau die Bedingungen, unter denen Radieschen zart und mild werden. Dasselbe gilt für Asiasalate: Mizuna und Pak Choi laufen im Spätsommer deutlich gleichmäßiger auf als im Juli.
Radieschen: rund vier Wochen bis zur Ernte
Radieschen sind das schnellste Gemüse in deinem Beet. Von der Saat bis zur Ernte vergehen etwa 30 Tage, gesät wird bis in den September hinein. Was du Ende August ausbringst, landet also Ende September bis Anfang Oktober auf dem Teller.
Säe die Samen ungefähr einen Zentimeter tief, mit rund vier Zentimetern Abstand in der Reihe. Zu eng gesät bilden sie keine Knolle, sondern nur Blatt — das ist der häufigste Grund für enttäuschte Gesichter. Nach etwa einer Woche siehst du die ersten Keimlinge.
Entscheidend ist gleichmäßige Feuchtigkeit. Wechselt der Boden zwischen staubtrocken und klatschnass, platzen die Knollen oder werden holzig.
Mizuna und Pak Choi: die schnellen Asiasalate
Mizuna ist ein fein geschlitzter Blattsalat mit mildem Senfaroma und braucht rund 40 Tage. Pak Choi mit seinen knackigen weißen Stielen liegt bei etwa 45 Tagen. Beide lassen sich Ende August noch gut direkt säen.
Gib Mizuna ungefähr 20 Zentimeter Platz, Pak Choi eher 25. Wer nur zarte Babyblätter möchte, sät dichter und erntet früher. Der Vorteil von Mizuna: Du schneidest die äußeren Blätter ab, das Herz treibt weiter — eine Pflanze liefert so mehrere Ernten.
Beide vertragen kühle Nächte gut, sind aber nicht durchgehend frosthart. Halte ein Vlies bereit, sobald die ersten Nachtfröste angekündigt werden. Radieschen stecken leichten Frost dagegen problemlos weg.
Der Fehler, der leicht passiert: dreimal Kreuzblütler
Radieschen, Mizuna und Pak Choi gehören alle zur selben Familie, den Kreuzblütlern. Nebeneinander im selben Beet ist das kein Problem — sie vertragen sich gut als Nachbarn.
Heikel wird es beim Vorgänger. Stand in dem Beet in dieser Saison schon Kohlrabi, Rucola oder eine Runde Radieschen, solltest du dort jetzt nichts aus derselben Familie nachsetzen. Die Pflanzen zehren an denselben Nährstoffen, und Bodenkrankheiten wie die Kohlhernie reichern sich über die Jahre an. Als Faustregel gilt eine Anbaupause von mehreren Jahren für Kreuzblütler auf derselben Fläche.
Ideal sind stattdessen Beete, in denen gerade Bohnen, Erbsen oder Zucchini standen. Nach Hülsenfrüchten ist der Boden sogar besonders gut vorbereitet.
Kleine Löcher im Blatt? Das sind Erdflöhe
Wenn die Keimblätter deiner Radieschen aussehen, als hätte jemand mit einer Nadel hineingestochen, waren Erdflöhe am Werk. Die winzigen Käfer springen weg, sobald du dich näherst, und sie lieben genau das, was der Spätsommer bietet: warme, trockene Oberfläche.
Der wirksamste Gegenzug ist erstaunlich simpel — halte die Bodenoberfläche feucht. Auf feuchter Erde fühlen sich Erdflöhe deutlich unwohler, und die Sämlinge wachsen schneller aus der kritischen Phase heraus.
Wer sichergehen will, legt direkt nach der Saat ein feinmaschiges Kulturschutznetz auf und beschwert die Ränder rundum am Boden. Ein Spalt genügt, und die Käfer sind drunter.
Warum sich diese Runde mit Kindern besonders lohnt
Radieschensamen sind groß genug für kleine Finger, und die ersten Keimlinge zeigen sich schon nach wenigen Tagen. Für Kinder ist das ein völlig anderer Zeithorizont als bei Kürbis oder Karotte — der Zusammenhang zwischen Säen und Ernten wird endlich sichtbar.
Eine schöne Routine: Jedes Kind bekommt eine eigene Reihe und ein Schild mit dem Saattag. Wer nachrechnet, wann geerntet wird, geht ganz von selbst öfter ins Beet schauen.
In Rootivo trägst du die Aussaat mit einem Tipp ins Beet ein, und der Beet-Planer zeigt dir gleich, welche Nachbarn passen und wann die Ernte fällig wird. Was du dieses Jahr notierst, hilft dir nächsten Spätsommer bei genau derselben Entscheidung.
Im Lexikon: Radieschen