Mischkultur im Hochsommer: 7 perfekte Kombinationen für den Juni
Wer im Juni richtig kombiniert, erntet bis tief in den Oktober — und braucht dabei weniger gießen, weniger düngen und kaum Schädlingsbekämpfung. Sieben Klassiker aus der Praxis.
Mischkultur ist mehr als nur Tomate und Basilikum. Die richtigen Kombinationen halten Schädlinge in Schach, verbessern den Boden für die nächste Saison und nutzen die Fläche dreidimensional — hoch wachsende Pflanzen über Bodendeckern, Tiefwurzler neben Flachwurzlern. Hier sind sieben Sets, die seit Jahrzehnten bewiesen sind.
1. Die Drei Schwestern: Mais, Stangenbohne, Kürbis
Der Klassiker der präkolumbischen Permakultur. Mais wächst hoch und liefert der Bohne das Klettergerüst; die Bohne fixiert Stickstoff in den Wurzeln und düngt damit Mais und Kürbis; der Kürbis bedeckt den Boden, hält die Feuchtigkeit und unterdrückt Unkraut. Für Juni-Aussaat noch perfekt geeignet — Mais zuerst keimen lassen, Bohne und Kürbis nachsäen, wenn der Mais 15 cm hoch ist.
Im Lexikon: Drei-Schwestern-Beet
2. Tomate, Basilikum und Kapuzinerkresse
Die wahrscheinlich bekannteste Mischung — aber meist nur die ersten zwei. Kapuzinerkresse als dritter Partner ist der Game-Changer: sie zieht Blattläuse an wie ein Magnet (Köderpflanze), und ihr Blattwerk hält den Boden um die Tomate kühl und feucht. Bonus: die Blüten sind essbar und sehen am Salatteller spektakulär aus.
Im Lexikon: Tomate
Im Lexikon: Basilikum
Im Lexikon: Kapuzinerkresse
3. Karotte, Zwiebel oder Lauch, Schnittlauch
Die klassische Schädlingstausch-Mischung: Der Geruch der Zwiebelgewächse vertreibt die Möhrenfliege, der Geruch der Karotte die Lauchmotte. Lange Reihen abwechselnd pflanzen, dann funktioniert es am besten. Ergänze Schnittlauch als Reihen-Abschluss — er hält Blattläuse zusätzlich fern und blüht so schön, dass Nützlinge angezogen werden.
Im Lexikon: Karotte
Im Lexikon: Schnittlauch
4. Das Suppengemüse-Beet: Karotte, Rote Bete, Lauch, Petersilie
Vier Pflanzen, ein perfektes Beet, ein Suppentopf-Vorrat für den ganzen Winter. Petersilie und Rote Bete vertragen sich nicht überall, aber neben Karotte und Lauch passt es. Bewährte Vorlage im Rootivo-Beetplaner — in zwei Minuten übernehmen und losgärtnern.
Im Lexikon: Suppengemüse-Musterbeet
5. Mediterrane Kräuter: Rosmarin, Thymian, Lavendel
Alle drei lieben mageren Boden, viel Sonne und wenig Wasser. Zusammen gepflanzt brauchen sie kaum Pflege — und ihre Düfte halten Schadinsekten im Umkreis fern, vor allem von Kohl und Möhren in der Nachbarschaft. Tipp: einen Lavendel als Abschluss-Pflanze am Beetrand setzen, zieht Bienen den ganzen Sommer an.
Im Lexikon: Mediterrane Kräuter
6. Salat im Schatten von hohen Pflanzen
Salat geht im Juli und August in der prallen Sonne in Schoss. Pflanze ihn deshalb in den Halbschatten von Tomaten, Mais oder Stangenbohnen — du erntest dann sechs Wochen länger frischen, knackigen Salat statt bitterer Stiele. Beste Sorten für den Sommer: Pflück- und Schnittsalate wie Eichblatt oder Lollo, die laufen langsamer aus als Kopfsalate.
Im Lexikon: Kopfsalat
7. Kohl mit Tagetes und Sellerie
Tagetes (Studentenblume) hält den Kohlweißling fern; Sellerie maskiert mit seinem Geruch die Kohlpflanzen für die Kohlfliege. Das Tagetes-Vorsetzen reduziert in Versuchen den Befall um bis zu 60 Prozent. Plus: die orange-gelben Blüten machen jedes Kohlbeet sofort instagrammable.
Im Lexikon: Tagetes
Eine Faustregel zum Mitnehmen: Wo verschiedene Pflanzenfamilien zusammenstehen, kommt der Schädling nicht auf die Idee, dass hier ein ganzes Buffet einer Sorte wartet. Monokultur ist immer riskanter — selbst auf 30 Zentimetern.