Knoblauch im Herbst stecken: So werden die Knollen dicker
Wer Knoblauch erst im Frühjahr steckt, verschenkt Wachstumszeit. Im Oktober gesetzt, bildet er vor dem Winter Wurzeln – und dankt es dir im Sommer mit kräftigen Knollen.
Knoblauch ist eine der dankbarsten Kulturen für den Herbst: kaum Arbeit, wenig Platz, lange Lagerzeit. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt und ein Boden ohne Staunässe. Hier erfährst du, worauf es beim Stecken ankommt.
Warum Herbst statt Frühjahr
Knoblauch braucht eine Kälteperiode, damit sich die Knolle später sauber in einzelne Zehen teilt. Steckst du ihn im Herbst, bildet er noch vor dem Frost Wurzeln und oft schon ein paar Blattspitzen. Im Frühjahr startet er dann mit Vorsprung durch. Frühjahrsknoblauch geht zwar auch, bleibt aber meist deutlich kleiner.
Der richtige Zeitpunkt
Ideal ist der Oktober, in milden Lagen auch noch der November. Faustregel: etwa vier bis sechs Wochen bevor der Boden gefriert. Setzt du zu früh, wenn der Boden noch sehr warm ist, treibt der Knoblauch stark aus und das junge Laub kann im Winter leiden. Zu spät, und die Wurzeln haben keine Zeit mehr, sich zu verankern.
Standort und Boden
Knoblauch mag es sonnig und locker. Das größte Risiko ist Nässe: In schweren, verdichteten Böden faulen die Zehen über den Winter. Lockere lehmige Erde bei Bedarf mit etwas Sand oder reifem Kompost auf. Frischen Mist lässt du weg, er fördert Fäulnis und lockt die Zwiebelfliege an. Achte auf die Fruchtfolge: Wo in den letzten drei bis vier Jahren Zwiebeln, Lauch oder Knoblauch standen, suchst du dir besser einen anderen Platz.
So steckst du die Zehen
Nimm Pflanzknoblauch aus dem Fachhandel oder Zehen aus der eigenen Ernte. Supermarktware ist oft nicht an unser Klima angepasst und kann behandelt sein. Brich die Knolle erst kurz vor dem Stecken auf und nimm die dicken äußeren Zehen. Setze sie mit der Spitze nach oben etwa 3 bis 5 cm tief, im Abstand von 10 bis 15 cm in der Reihe und rund 25 cm zwischen den Reihen. Eine dünne Mulchschicht aus Laub oder Stroh schützt vor Kahlfrost.
Gute und schlechte Nachbarn
Knoblauch passt hervorragend neben Erdbeeren, Karotten, Tomaten und Gurken. Seine Duftstoffe gelten als hilfreich gegen manche Schädlinge und Pilze, eine Garantie ist das aber nicht. Halte dagegen Abstand zu Bohnen, Erbsen und Kohl: Hülsenfrüchte reagieren empfindlich auf Zwiebelgewächse und wachsen daneben schlechter.
Vom Winter bis zur Ernte
Über den Winter brauchst du kaum etwas zu tun. Bildet der Knoblauch im Frühsommer einen Blütenstiel, knipst du ihn ab, dann geht die Kraft in die Knolle. Die jungen Stiele schmecken übrigens mild und lecker. Geerntet wird ab etwa Juli, wenn rund ein Drittel des Laubs gelb geworden ist. Lass die Knollen danach luftig und schattig trocknen. In Rootivo siehst du im Beet-Planer mit den Mischkultur-Linien sofort, welche Nachbarn zu deinem Knoblauch passen.
Im Lexikon: Knoblauch