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· 4 Min. · Rootivo Redaktion

Hochbeet abgesackt? Der September ist zum Nachfüllen gemacht

Im Frühjahr war dein Hochbeet randvoll, jetzt fehlen zehn Zentimeter. Das ist kein Fehler – und der Herbst ist der beste Moment, es auszugleichen.

Im Frühjahr hast du dein Hochbeet bis zur Kante gefüllt. Jetzt, nach einer ganzen Saison, schaust du von oben hinein und siehst wieder ein Stück Holzrand von innen. Keine Sorge: Das passiert in jedem Hochbeet. Und ausgerechnet jetzt im September kannst du es mit einer halben Stunde Arbeit für die kommende Saison ausgleichen.

Warum dein Hochbeet absackt

Ein Hochbeet ist keine Kiste voll Erde, sondern ein langsam arbeitender Komposthaufen mit Beet obendrauf. Ganz unten liegen Äste und grobes Schnittgut, darüber Laub, Rasenschnitt und halbreifer Kompost. Genau dieses Material zersetzt sich – und dabei verliert es Volumen.

Im ersten Jahr sackt ein frisch befülltes Hochbeet oft zehn bis zwanzig Zentimeter ab, in den Folgejahren weniger. Das ist kein Zeichen dafür, dass du etwas falsch gemacht hast. Im Gegenteil: Genau diese Zersetzung ist der Grund, warum Hochbeete in den ersten Jahren so nährstoffreich sind und im Frühjahr früher warm werden als der Boden ringsum.

Warum der September der beste Zeitpunkt ist

Jetzt kommt alles zusammen. Die Sommerkulturen sind abgeerntet oder gehen zur Neige, du hast also freie Fläche. Gleichzeitig fällt im Garten genau das Material an, das du brauchst: erstes Laub, letzter Rasenschnitt, ausgereifter Kompost vom Frühjahrshaufen.

Dazu kommt der praktische Vorteil: Frisch aufgefüllte Erde setzt sich über den Winter von selbst. Regen, Frost und Bodenleben verdichten sie sanft, ohne dass du treten oder walzen musst. Wenn du dagegen erst im März auffüllst, sinkt dir die Saatrille kurz nach der Aussaat weg – und die feinen Wurzeln der Sämlinge hängen in Hohlräumen.

Der Quick-Fix in einer halben Stunde

Räum zuerst die Reste der Sommerkultur ab. Die Wurzeln von Bohnen und Erbsen darfst du getrost in der Erde lassen: An ihnen sitzen kleine Knöllchen, in denen Bakterien Stickstoff gebunden haben – der bleibt so im Beet. Danach lockerst du die oberen fünf bis zehn Zentimeter mit der Grabgabel, ohne die Schichten umzudrehen. Ein Hochbeet lebt von seiner Schichtung.

Jetzt füllst du auf: eine Lage reifer Kompost, darüber gute Gartenerde oder torffreie Beeterde, bis du wieder etwa zwei Zentimeter unter der Kante liegst. Wenn du gröberes Material wie Häckselgut mit einarbeitest, gib eine Handvoll Hornspäne pro Quadratmeter dazu – die Rotte zieht sonst Stickstoff aus dem Beet.

Zum Schluss angießen und eine dünne Mulchschicht aus Laub oder Stroh auflegen. Fertig. Kinder helfen hier übrigens gern mit: Laub sammeln und Kompost schippen ist genau die Art Gartenarbeit, nach der hinterher alle herrlich dreckig sind.

Was besser nicht ins Hochbeet wandert

Kranke Pflanzenreste gehören nicht hinein. Tomatenlaub mit Krautfäule, mehltaubedeckte Zucchiniblätter oder Kohlstrünke mit Kohlhernie überstehen die milde Rotte im Hochbeet oft und bringen dir das Problem im nächsten Jahr zurück. Diese Reste kommen in die Biotonne, nicht auf den eigenen Haufen.

Auch Wurzelunkräuter wie Giersch und Quecke sind eine schlechte Idee – ein Wurzelstück reicht, und du jätest die nächsten Jahre. Und Rasenschnitt bitte nur dünn und angetrocknet einbringen: Eine dicke Lage frisches Gras fault, statt zu verrotten, und riecht entsprechend.

Alle paar Jahre ein kompletter Neuaufbau

Irgendwann ist die Füllung durch. Nach etwa fünf bis sieben Jahren sackt das Beet kaum noch, die Erde wirkt feiner und der Nährstoffvorrat ist aufgebraucht. Dann lohnt sich der große Umbau: Beet ausräumen, die alte Erde als hervorragenden Humus auf die Gartenbeete verteilen und neu schichten – grob unten, fein oben.

Auch dafür ist der Herbst gut geeignet. Das Material aus dem Baumschnitt ist da, und das frisch aufgebaute Beet hat den ganzen Winter Zeit, sich zu setzen.

Und dann? Noch eine Runde säen

Ein frisch aufgefülltes Hochbeet muss nicht leer in den Winter gehen. Feldsalat kannst du jetzt noch säen – er ist frosthart und liefert dir von Oktober bis ins Frühjahr hinein Blätter. Winterportulak funktioniert genauso. Spinat ist Anfang September ebenfalls noch möglich: Bei früher Saat schneidest du im Oktober und November die ersten Blätter, den großen Schub gibt es dann im zeitigen Frühjahr.

Wenn dir das zu spät ist, ist eine Mulchdecke aus Laub die zweitbeste Lösung. Nackte Erde über Winter verschlämmt und verliert Nährstoffe; unter Laub bleibt das Bodenleben aktiv.

In Rootivo siehst du im Pflanzen-Lexikon direkt, welche Aussaatfenster jetzt noch offen sind – und im Beet-Planer trägst du die Nachsaat gleich an der richtigen Stelle ein.

Im Lexikon: Feldsalat

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