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· 3 Min. · Rootivo Redaktion

Grüne Tomaten im September: nachreifen statt wegwerfen

Die Nächte werden kühl, an der Pflanze tut sich nichts mehr – und trotzdem hängen die Rispen voll. So machst du aus grünen Tomaten noch echte Ernte.

Ab Mitte September fallen die Nachttemperaturen so weit, dass Tomaten an der Pflanze kaum noch Farbe zulegen. Unterhalb von etwa 12 °C stellt die Frucht die Bildung des roten Farbstoffs praktisch ein – sie bleibt grün, egal wie lange du wartest. Das ist kein Grund, die Pflanze frustriert abzuräumen: Der größte Teil dieser Früchte reift im Haus problemlos nach.

Welche grünen Tomaten noch nachreifen

Nicht jede grüne Tomate wird rot. Entscheidend ist, ob die Frucht ihre Endgröße schon erreicht hat. Schau dir das Blütenende an – also die Seite gegenüber vom Stiel: Ist es heller, cremig-grün oder leicht gelblich statt tiefgrün, ist die Frucht reif genug zum Nachreifen. Dazu glänzt die Schale leicht und gibt auf sanften Druck minimal nach.

Kleine, steinharte, gleichmäßig dunkelgrüne Früchte dagegen bleiben grün. Die sind in ihrer Entwicklung noch nicht weit genug und würden im Haus nur schrumpeln. Die kannst du mit gutem Gewissen auf den Kompost geben.

So reifen sie am schnellsten nach

Tomaten brauchen zum Nachreifen Wärme, aber kein Licht. Am besten liegen sie bei 18 bis 20 Grad in einer flachen Kiste oder auf Zeitungspapier ausgebreitet, an einem dämmrigen Platz – Küchenregal, Speisekammer, Abstellraum. Wichtig: nicht in den Kühlschrank. Unter etwa 12 Grad nimmt die Frucht Kälteschaden und verliert ihr Aroma – das kommt auch dann nicht zurück, wenn sie später noch rot wird.

Einen reifen Apfel dazulegen beschleunigt die Sache spürbar. Äpfel geben Ethylen ab, und genau dieses Gas löst bei der Tomate die Reife aus. Je nach Reifegrad dauert es dann eine bis drei Wochen. Schau alle paar Tage durch und nimm die fertigen heraus – so bleibt Luft zwischen den Früchten.

Die ganze Rispe abschneiden

Wenn an einer Rispe mehrere Früchte hängen, schneide sie im Ganzen ab – mit einem Stück Stiel dran. Kopfüber aufgehängt an einem frostfreien, luftigen Ort reifen die Früchte gleichmäßiger nach als einzeln in der Kiste, weil die Rispe noch etwas Feuchtigkeit puffert.

Das lohnt sich vor allem, wenn du ohnehin kurz vor dem ersten Frost abräumst. Tomaten sind nicht frosthart – eine einzige Frostnacht reicht, und die Früchte werden glasig und matschig. Behalte also die Wettervorhersage im Blick und räum lieber ein paar Tage zu früh als einen Tag zu spät.

Vor dem Einlagern aussortieren

Bevor die Früchte in die Kiste wandern, geh sie einmal einzeln durch. Alles mit braunen, lederartigen oder eingesunkenen Flecken kommt raus – das ist typischerweise Kraut- und Braunfäule, und befallene Früchte faulen in der warmen Kiste schnell durch. Eine einzige übersehene Frucht kann dir den ganzen Vorrat verderben.

Befallenes Laub und faule Früchte gehören nicht auf den kalten Komposthaufen, weil die Sporen dort überdauern können. Besser in den Biomüll oder in die Restmülltonne. Gesunde Stängel und Blätter dürfen dagegen ganz normal kompostiert werden.

Grüne Tomaten essen? Nur mit Bedacht

Unreife grüne Tomaten enthalten Tomatin, ein bitter schmeckendes Glykoalkaloid – verwandt mit dem Solanin der Kartoffel. Beim Reifen baut die Frucht es weitgehend ab; rote, ausgereifte Tomaten sind deshalb unbedenklich. Rohe, noch komplett grüne Früchte solltest du dagegen nicht in Mengen essen, Kinder besser gar nicht.

Auch Kochen hilft hier nicht weiter: Tomatin ist hitzestabil und wird beim Einkochen nicht zerstört. Das traditionelle grüne Tomaten-Chutney wird deshalb in kleinen Mengen gegessen und meist aus Früchten gemacht, die schon leicht umgefärbt sind. Wer sichergehen will, lässt die Tomaten einfach nachreifen – dann stellt sich die Frage gar nicht.

Was du dir fürs nächste Jahr merkst

Wie viele grüne Tomaten am Ende übrig bleiben, hängt stark vom Pflanztermin und von der Sorte ab. Kleinfrüchtige Cocktail- und Buschtomaten sind meist deutlich früher durch als große Fleischtomaten – wenn du dieses Jahr viel grün ernten musstest, ist das ein Hinweis für die Sortenwahl im Frühjahr.

In Rootivo findest du im Steckbrief jeder Sorte das hinterlegte Erntefenster, und im Garten-Tagebuch kannst du festhalten, wann bei dir tatsächlich Schluss war. Nächsten September weißt du dann genau, wann es Zeit wird, die Rispen zu holen.

Im Lexikon: Tomate

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