Erdbeeren jetzt pflanzen: Der August entscheidet über die Ernte
Erdbeeren pflanzt man nicht im Frühling, sondern jetzt. Wer im August setzt, erntet nächstes Jahr volle Schalen statt einzelner Früchte – wenn eine Sache stimmt: die Pflanztiefe.
Erdbeeren gehören zu den wenigen Pflanzen, bei denen der Pflanztermin fast wichtiger ist als alles andere. Bei uns im Hochbeet läuft das jedes Jahr Mitte August, und meine Kinder sind mit Feuereifer dabei – auch wenn die Belohnung erst im nächsten Frühsommer kommt. Hier ist, worauf es dabei wirklich ankommt.
Warum der August und nicht das Frühjahr
Erdbeeren legen ihre Blütenanlagen für die nächste Saison bereits im Herbst an – ausgelöst von kürzer werdenden Tagen und kühleren Nächten. Eine Pflanze, die im August gesetzt wird, hat bis dahin sechs bis acht Wochen Zeit, kräftig einzuwurzeln und ordentlich Blattmasse zu bilden. Genau diese Substanz bestimmt, wie viele Blüten – und damit Früchte – im nächsten Jahr kommen.
Setzt du erst im Frühjahr, fehlt der Pflanze dieser Vorlauf. Sie wächst zwar an, trägt in ihrem ersten Sommer aber deutlich weniger. Das Pflanzfenster für Grünpflanzen reicht ungefähr von Mitte Juli bis Anfang September – wer jetzt loslegt, liegt goldrichtig.
Die Pflanztiefe ist der ganze Trick
Wenn Erdbeeren im ersten Jahr enttäuschen, liegt es fast immer hieran: Das Herz der Pflanze – der helle Trieb-Punkt in der Mitte, aus dem die neuen Blätter kommen – muss genau auf Höhe der Erdoberfläche sitzen.
Zu tief gepflanzt fault das Herz im feuchten Herbstboden weg. Zu hoch gesetzt trocknen die obersten Wurzeln aus und die Pflanze kümmert. Setz die Pflanze also so, dass die Blattbasis frei bleibt, aber alle Wurzeln bedeckt sind, und drücke die Erde ringsum leicht an. Sind die Wurzeln sehr lang, kürze sie beherzt auf etwa zehn Zentimeter, statt sie im Pflanzloch zu knicken.
Das ist übrigens ein Handgriff, den Kinder erstaunlich gut hinbekommen – man kann ihn klar zeigen und sofort gemeinsam kontrollieren.
Standort und Beet-Vorgeschichte prüfen
Erdbeeren wollen Sonne und lockere, humose Erde – im Hochbeet fühlen sie sich deshalb besonders wohl. Staunässe mögen sie gar nicht.
Wichtiger als der Standort ist die Vorgeschichte des Beets. Auf derselben Fläche solltest du erst nach drei bis vier Jahren wieder Erdbeeren pflanzen, sonst häufen sich bodenbürtige Pilzkrankheiten. Meide außerdem Beete, auf denen zuletzt Kartoffeln oder Tomaten standen: Sie können dieselben Welkepilze im Boden zurücklassen. Ideal ist ein Platz, auf dem im Sommer Buschbohnen oder Spinat gewachsen sind.
Gute Nachbarn, schwierige Nachbarn
Knoblauch ist der Klassiker neben Erdbeeren – er wird ohnehin im Oktober gesteckt und passt zeitlich perfekt in die Reihenzwischenräume. Auch Spinat und Salat sind gute Gesellschaft und nutzen den Platz, solange die jungen Erdbeeren noch klein sind.
Fernhalten solltest du Kohlarten: Sie sind starke Konkurrenten um Nährstoffe und Wasser und vertragen sich mit Erdbeeren schlecht. Kartoffeln aus demselben Grund wie oben – gleiche Krankheiten, gleiches Beet, keine gute Idee.
Abstände und die ersten Wochen
Setz die Pflanzen mit rund 30 Zentimetern Abstand in der Reihe und etwa 50 Zentimetern zwischen den Reihen. Das wirkt jetzt großzügig, ist aber nötig: Bis zum nächsten Frühsommer füllen die Pflanzen die Fläche komplett aus, und luftige Bestände trocknen nach Regen schneller ab – das beugt Grauschimmel an den Früchten vor.
Nach dem Pflanzen gründlich angießen und in den ersten zwei bis drei Wochen gleichmäßig feucht halten. Bilden die jungen Pflanzen jetzt schon Ausläufer, schneide sie ab: Jeder Ableger kostet Kraft, die die Mutterpflanze gerade fürs Einwurzeln braucht.
Was bis zum Winter noch zu tun ist
Viel ist es nicht. Halte das Beet unkrautfrei, damit die kleinen Pflanzen nicht beschattet werden, und gieße bei längerer Trockenheit nach. Gedüngt wird jetzt nicht mehr – frischer Stickstoff im Spätsommer treibt weiches Blattwerk, das ungeschützt in den Frost geht.
Im Spätherbst kannst du eine Handvoll Stroh oder Laub zwischen die Pflanzen legen. Das schützt die Herzen und liegt im Frühjahr schon dort, wo die Früchte später aufliegen. Ab da heißt es warten – und im Mai zeigt sich, ob der August seine Arbeit gemacht hat.
In Rootivo trägst du die neuen Erdbeeren direkt in dein Beet ein: Die Mischkultur-Linien zeigen dir sofort, welche Nachbarn passen, und der Fruchtfolge-Hinweis meldet sich, wenn auf der Fläche zuletzt etwas Ungünstiges stand.
Im Lexikon: Erdbeere