← Zurück zum Journal
· 3 Min. · Rootivo Redaktion

Beete räumen im September: Was auf den Kompost darf – und was nicht

Nicht jeder Ernterest ist Kompost-Material. Bei manchen Pflanzen holst du dir das Problem sonst nächstes Jahr zurück ins Beet.

Im September werden die Beete leer, und plötzlich stehen Berge von Kraut, Laub und Wurzelwerk daneben. Das meiste davon ist wertvolles Kompost-Material – ein kleiner Teil aber nicht. Wer hier falsch sortiert, verteilt Krankheitserreger im nächsten Frühjahr wieder übers ganze Beet.

Das meiste darf bedenkenlos auf den Kompost

Gesundes Kraut, abgeblühte Blumen, Kohlblätter, Zucchini-Ranken, Erntereste vom Salat, Möhrengrün: alles Kompost. Je grober das Material, desto besser häckselst oder zerkleinerst du es vorher – große Stängel brauchen sonst zwei Jahre.

Wichtig ist die Mischung. Saftiges Grün allein fault und stinkt. Gib immer eine Schicht Struktur dazu: Laub, zerkleinerte Zweige, Stroh oder Pappe. Faustregel: etwa gleiche Volumenanteile weiches Grün und trockenes Braunes.

Diese drei Reste gehören nicht in den eigenen Kompost

Krautfäule an Tomaten und Kartoffeln. Braune, wie verbrüht wirkende Flecken auf Blättern und Stängeln sind das Zeichen. Der Erreger überwintert vor allem in lebendem Gewebe – etwa in vergessenen Kartoffelknollen im Boden. Wo beide Paarungstypen vorkommen, bildet er zusätzlich widerstandsfähige Dauersporen, die in Pflanzenresten überliegen. Deshalb: befallenes Kraut gehört nicht auf den Hobbykompost, der selten heiß genug wird.

Kohlhernie. Wenn du beim Räumen knollig verdickte, verkrüppelte Kohlwurzeln findest, ist das der Klassiker. Die Dauersporen halten sich jahrzehntelang im Boden. Solche Wurzeln kommen nie auf den Kompost – und auf dieser Fläche solltest du mindestens sieben Jahre lang gar keine Kreuzblütler mehr anbauen. Dazu zählen neben Kohl auch Radieschen, Rettich und Kohlrabi, und ebenso Senf oder Ölrettich als Gründüngung.

Wurzelunkräuter und Samenstände. Giersch, Quecke und Winde treiben aus jedem Wurzelstück wieder aus. Und alles, was schon Samen angesetzt hat, keimt dir im Frühjahr aus dem fertigen Kompost heraus.

Mehltau ist die große Ausnahme

Die weißen, mehligen Beläge auf Zucchini, Gurke und Kürbis sehen im September dramatisch aus – sind aber der harmloseste Fall. Echter Mehltau lebt auf lebendem Wirtsgewebe und verschwindet mit der Pflanze, die du abräumst. Entscheidend ist der zweite Punkt: Die Mehltau-Arten sind stark wirtsspezifisch, der Zucchini-Mehltau springt also nicht auf deinen Kohl über.

Das heißt: Mehltaublätter dürfen auf den Kompost. Du musst nicht jedes weiße Blatt in den Restmüll tragen.

Wohin mit dem kranken Material

Die richtige Adresse ist die kommunale Biotonne beziehungsweise der Bioabfall-Sammelplatz. In den professionellen Kompostwerken laufen die Mieten über längere Zeit bei 55 bis 70 Grad – dort werden Sporen und Unkrautsamen zuverlässig abgetötet. Dein Kompost hinterm Schuppen schafft solche Temperaturen im Kern höchstens kurz und nur an wenigen Stellen.

Was du nicht tun solltest: das Material verbrennen. Das offene Verbrennen von Gartenabfällen ist in Österreich und Deutschland grundsätzlich verboten, mit wenigen regionalen Ausnahmen; in der Schweiz regeln es die Kantone meist ähnlich streng. Die Biotonne ist ohnehin der bequemere Weg.

Bohnen und Erbsen: Wurzeln bleiben im Boden

Ein Trick, der nichts kostet und viel bringt: Schneide Bohnen und Erbsen beim Räumen dicht über dem Boden ab, statt sie auszureißen. An den Wurzeln sitzen die Knöllchen mit den Stickstoff sammelnden Bakterien. Bleiben die Wurzeln im Beet, verrotten sie an Ort und Stelle und geben den Stickstoff frei, wo ihn die Nachfolgekultur braucht.

Das oberirdische Kraut kommt ganz normal auf den Kompost. Und die Fläche ist damit gut vorbereitet für einen Starkzehrer im nächsten Jahr – Kohl oder Zucchini freuen sich darüber.

Notier dir, wo es dieses Jahr geklemmt hat

Das Beet ist im Oktober leer und im März weißt du nicht mehr, in welcher Reihe die Krautfäule zuerst auftrat. Genau das ist der Moment, in dem sich zwei Zeilen im Garten-Tagebuch auszahlen: welches Beet, welche Krankheit, wie stark.

Im nächsten Frühjahr hast du damit eine echte Grundlage für die Fruchtfolge, statt aus dem Bauch heraus zu planen. In Rootivo hängt die Notiz direkt am Beet, und der Beet-Planer warnt dich, wenn du eine Kultur zu früh an dieselbe Stelle zurückholst.

Im Lexikon: Tomate

Weitere Beiträge